Warum reinigen Microfastertücher erwiesenermaßen besser?

Mikrofasern kommen selbst an die mikroskopisch kleinsten Schmutzpartikelchen heran – also auch an solche, an denen normale Stofffasern nur grob vorbeiziehen. Wenn die Kräfte unserer Atmosphäre im Detail sichtbar wären, könnte jeder auf Anhieb erkennen, dass zwischen Mikrofasern und Schmutz sogenannte Haftkräfte (oder auch Anziehungskräfte genannt) bestehen. Wie man vielleicht schon damals als Kind im Fach Chemie erfahren hat, wurden diese Kräfte nach ihrem Entdecker benannt, dem mit dem Nobelpreis ausgezeichneten niederländischen Chemiker Johannes Diderik van der Waals (1837–1923).

DieVan-der-Waals-Kräfte erklären unter anderem, warum sich zum Beispiel Geckos mit ihren zig Millionen winzigen Härchen an den Zehen, an sogut wie jeder Oberfläche förmlich „festkleben“ können. Obwohl zwischen einer Mikrofaser und einem einzelnen Schmutzpartikel nur eine mikroskopisch kleine Van-der-Waals-Kraft wirkt, sollte man als nächsten Gedanken die Millionen von Mikrofasern in einem Tuch berücksichtigen. Der gesamte „Klebeeffekt“ wird auf diese Weise nämlich enorm vergrößert. Genauso wie ein Chameleon also mit dem Rücken zur Erde an einer Decke oder sogar kopfüber auf Glasflächen spazieren kann, verhält es sich (theoretisch gesehen) mit einem Microfasertuch (oder auch Autopoliertuch genannt) und beispielsweise der Oberfläche eines beschmutzten Autos.

Was viele nicht wissen: Selbst scheinbar komplett glatte Flächen die eine Autolackierung mit sich bringt, sind unter dem Mikroskop betrachtet eigentlich ganz schön holprig und sogar uneben. Wenn man nun eine Politur auf den Autolack aufträgt, nehmen wir die nun weitaus ebenere Fläche sogar mit den Augen war (denn die Struktur wird somit gleichmäßiger, symmetrischer und daher schöner).

Man muss sich das Ganze also in einer weitaus kleineren Dimension vorstellen: Die farbigen Lack-Kügelchen werden auf das Metall aufgetragen und anschließend erhärtet. Dadurch entsteht eine (mikroskopisch betrachtet) recht unebene Fläche, die mit dem bloßen Auge nicht direkt zu erkennen ist. Dies ist der hauptsächliche Grund, weshalb es kleine Schmutzpartikelchen (wie etwa Sand oder Staub) schaffen am Auto festzukleben. Schmutz, Staub und andere unliebsame Fremdkörper können mithilfe eines Mikrofasertuchs also sprichwörtlich „angesaugt” werden.

Wie sollte man Mikrofasertücher am besten verwenden?

Wie auch ein herkömmliches Reinigungstuch, verwendet man sein Microfasertuch komplett trocken, um zum Beispiel den Innenbereich des Autos abzustauben und leicht nass für eine allgemeinere Reinigung, aber man muss experimentieren! Wenn man das Microfasertuch zum ersten Mal verwendet, wird man es wahrscheinlich aus Gewohnheit mit Wasser einweichen und viel Seife hinzufügen – beides verringert jedoch die Wirksamkeit des Stoffes. Der beste Weg sie zu verwenden, ist mit so wenig Wasser wie möglich zu arbeiten. Wenn man damit beispielsweise sehr schmutzige Fenster reinigt, sollte man zunächst ein Standardtuch in Seifenwasser tauchen, um den groben Schmutz abzuwaschen. Spült man es anschließend gründlich mit sauberem Wasser ab und zieht anschließend mit dem Gummiwischer drüber, sollte man die Glas-Oberfläche zunächst an der Luft trocknen lassen.

Wenn dann der Zeitpunkt gekommen ist, wo noch kaum Wasser auf dem Glas ist, kann man nun mit einem Mikrofasertuch die restlichen Schmutzreste erfassen und das Fenster anschließend noch auf Hochglanz-Niveau polieren, wenn man möchte. Wenn die Fensteroberfläche hingegen nicht so schmutzig ist, kann man auch direkt zum Mikrofasertuch greifen und es mit ganz wenig Wasser benutzen. Mikrofasertücher kann man übigens für so ziemlich jeden Zweck einsetzen und mit ihnen praktisch jede harte Oberfläche reinigen. Ob Auto, Bad- oder Küchenoberflächen: Die Ergebnisse werden in jedem Falle begeistern. Das hört sich zwar wie eine schlechte Fernsehwerbung an, aber die Dinger sind wirklich so gut! Man kann beim Putzen buchstäblich fühlen, wie die Dinge blitzsauber und glänzend werden.

Welches Microfasertuch für welchen Zweck einsetzen?

Microfasertücher werden für die verschiedensten Zwecke eingesetzt. Einige waschen und polieren damit ihr Auto, werten Möbel auf und wiederum andere halten mithilfe von Microfasern ihre Kameraobjektive und Sonnenbrillen sauber. Man kann sie also für so ziemlich jeden Zweck einsetzen, wo grobstrukturierte Tücher einfach nur versagen würden.

Auto polieren mit Microfasertuch: Die umweltfreundlichste Lösung

Hinsichtlich der Microfaser Autopflege reicht meist einfach nur ganz normales Wasser aus, sodass der Autolack keiner Chemie ausgesetzt werden muss und das Gefährt somit dadurch 0 Schaden nimmt. Der Mikroskosmos welcher hier zum Einsatz kommt, ist sehr fein und deshalb müssen Mikrofasertücher nach dem Gebrauch so gründlich wie nur möglich gereinigt werden. Immerhin setzen sich dieselben Partikel, welche sich während der Autopolitur auf dem Lack absetzen, auch in dem feinen Netz aus Microfasern ab.

Wie reinige ich mein Microfasertuch?

Nach jeder intensiven Nutzung sollte man sein Microfasertuch waschen, sodass es möglichst lange hält und wieder restlos sauber wird. Im Allgemeinen ist es am besten, das Mikrofasertuch in einem Topf mit heißem Wasser auszuwaschen und es möglichst nicht mit normalen Reinigungsmitteln zu belasten. Um Bakterien und Erreger loszuwerden, bringt man das Wasser zum kochen und stellt den Topf anschließend auf eine kalte Platte. Nun schmeißt man das Tuch hinein und die Erreger werden abgetötet. Was das Problem mit Waschmaschinen angeht: Die ganz feinen Fasern könnten während eines intensiven Schleudergangs brüchig werden und dies ist in jedem Falle zu vermeiden. Die Anweisungen des Herstellers sollten jedenfalls unbedingt befolgt und keinesfalls ignoriert werden, wenn man sich nicht ganz sicher ist wie das jeweilige Microfasertuch gereinigt werden soll.

So funktioniert ein Microfasertuch im Detail

Chemische Reinigung (nicht zu empfehlen)

Wenn man sein Auto auf herkömmliche Weise wäscht, also ganz normal mit Wasser und Tensiden (Seife), haften die verwendeten Waschmittelmoleküle am Schmutz und zersetzen ihn. Wischt man nun mit einem feuchten Tuch über das Auto, verbinden sich jene an die Fasern geklebten Wassermoleküle mit dem Reinigungsmittel und tragen somit den anhaftenden Schmutz ab. Hierbei handelt es sich um eine recht altmodische Reinigung mit der bekannten „Chemiekeule“. Im Vergleich zu einem Mikrofasertuch, hat ein normales Tuch relativ wenige Fasern, sodass besonders verschmutze Stellen (mit zum Beispiel Baumharz oder Insektenmasse) auf eine „Hit-and-Miss-Art und Weise“ gereinigt werden können.

Schmutz wird dabei oftmals übersehen und Waschmittel sowie Wasser bleiben oft auf der zu reinigenden Oberfläche zurück. Folglich hat man nach dem Waschen des Autos mit Schlieren und schmierigen Stellen zutun, was einen nach mehreren Stunden Arbeit sehr ärgern kann. Nutzt man als Laie dann auch noch ein für Autos ungeeignetes und somit aggressives Reinigungsmittel (um etwa hartnäckigen Schmutz zu entfernen), könnte sogar Rost die Folge des intensiven Waschgangs sein. Die Karosserie (ganz egal wie alt sie auch ist) wäre somit hin.

Mechanische Reinigung (zu empfehlen)

Wenn man ein Mikrofasertuch verwendet, ist überhaupt kein Reinigungsmittel erforderlich. Wie wird der Schmutz denn trotzdem entfernt? Anstelle von Waschmitteln, setzen viele Menschen inzwischen auf Millionen von Micro-Fasern, die Schmutz ganz einfach „wegfegen“. Die Fasern bestehen meist aus einem speziellen Kunststoff und viele von ihnen haften sich dank der van der Waals-Kräfte an jedes einzelne Schmutzpartikelchen. Es wird also kein Detail ausgelassen. Als weltbekannter „Schmutz-Killer“, üben viele Fasern in Kombination Kräfte aus, die stark genug sind um den Schmutz (der mit einer kleinen Menge Wasser gelöst wurde) zu entfernen und abzutragen, sodass die Oberflächenstruktur des Autos auf ganz natürliche Weise schmutzfrei wird.

Es handelt sich hierbei um eine neuartige Reinigung mithilfe der Kraft von Physik, welche mit solider Muskelkraft wunderbar funktioniert – also vollkommen mechanisch und ohne den Einsatz teurer (und schädlicher) Chemikalien. Der Schmutz bleibt in den Fasern des Stoffes eingeschlossen, bis man diese in heißem Wasser auswäscht. Dadurch lösen sich die Fasern ganz leicht und geben den schmutzigen Inhalt frei. Diese Lösung ist also nicht nur weitaus günstiger und effektiver, sondern auch wesentlich umweltfreundlicher.

Nutzen sich Microfasertücher eigentlich irgendwann ab?

Wenn man ein hochwertiges Microfasertuch nach Gebrauch regelmäßig säubert und allgemein ordentlich behandelt, wird es sehr lange halten und stets eine gute und vor allem hygienische Arbeit verrichten. Eine im Jahre 2015 durchgeführte Studie zur Verwendung solcher Tücher zur Verringerung der Infektionsraten im Krankenhaus ergab unter anderem, dass sich die Leistung von hochwertigen Microfasertüchern nach etwa 75 Einsätzen sogar verbesserte und erst nach 150 Waschvorgängen verringerte, obwohl in den meisten Fällen die Leistung nach 150 Wäschen besser war, als nach den ersten 75.

Wenn Mikrofasertücher tatsächlich so gut sind, warum sind sie dann nicht viel beliebter?

Faktum: Mikrofasertücher sind in Europa weitaus bekannter und werden häufiger verwendet, als zum Beispiel in den USA. Wir sind statistisch gesehen in diesem Punkt also aufgeklärter, selbst wenn es zunächst nicht so scheint. Unter anderem weil hier bei uns die marktführenden Marken entstanden sind. Der Markt für Haushaltschemikalien ist jedoch gewaltig und bedeutet für große Chemieunternehmen, Marketing-Unternehmen und die vertreibenden Geschäfte mehrere Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Diese Menschen haben logischerweise also nur wenig oder gar keinen Anreiz, sich hinter eine einfache Technologie zu stellen, die ihre teuren Produkte und Chemikalien untergräbt und ihre Geldbörsen leer macht. Unternehmen wie diese haben schließlich seit mehreren Jahrzehnten ein Vermögen für Werbung ausgegeben und die meisten von uns tatsächlich davon überzeugt, dass wir unsere Autos und Häuser in einem nie endenden Krieg gegen Keime, mit verschiedenen bunten Reinigern industrieller Stärke belasten müssen. Es ist also kein Wunder, dass wir skeptisch gegenüber den scheinbar „magischen” Mikrofasertüchern sind, die versprechen unsere Habseligkeiten mit nichts als nur Wasser hygienisch und sauber zu halten.

Wer noch immer an der Wirkung zweifelt, sollte einfach mal eines unserer hochwertigen Microfaser-Tücher ausprobieren. Immerhin halten sie bei entsprechender Pflege sogut wie ewig, ganz abgesehen davon, dass man auf lange Sicht eine Menge Geld einspart (da man sich keine Chemiekeulen mehr anschaffen muss). Es gibt übrigens keine Microfaser-Magie, denn es handelt sich um eine simpel belegbare Wissenschaft. Gegen die riesige Industrie und ihre Verbindungen zu den weltgrößten Medienunternehmen, schafft dieser Artikel es leider nur wenige Menschen anzusprechen – was immerhin etwas ist!

Verursachen Microfasertücher Kratzer?

Diese Frage wird im Netz sehr oft gestellt und der Mythos, dass Microfasertücher Kratzer verursachen würden, ist einfach nicht wahr. Doch wie ist dieser Irrglaube überhaupt entstanden? Das ist ganz einfach erklärbar: Die meisten Nutzer von Microfasertüchern achten nicht auf die Pflegehinweise und nutzen schmutzige Microfasertücher, bzw. reinigen diese nicht nach Gebrauch. Wenn sich nun ein Sandkorn oder ein anderer Partikel in der feinen Microstruktur des Tuchs verfängt und vor der intensiven Autopolietur nicht ausgewaschen wird, kann dieses kleine Sandkörnchen selbstverständlich kleine Kratzer erzeugen.

Microfasertuch ist übrigens nicht gleich Microfasertuch: Häufig werden Tücher bestehend aus qualitativ minderwertigen Materialien so betitelt und von „Billig-Herstellern“ als Microfasertücher veräußert (da sie sich dann besser verkaufen lassen). Dies schadet jedoch nicht nur dem Ruf, sondern ist eigentlich schlichtweg Betrug. Diese „Fake-Microfasertücher“ könnten aufgrund der rauhen und zum Polieren ungeeigneten Fasern selbstverständlich auch Kratzer erzeugen.

Zum besseren Verständnis: Es verhält sich in diesem Sinne also ungefähr wie beim „Döner Kebap“, welcher mittlerweile laut Gesetz nur dann vom Verkäufer so bezeichnet werden darf, wenn auch tatsächlich Dönerfleisch verwendet wird und nicht das übliche Separatorenfleisch. Auf unserer Seite finden sich nur „echte“ Microfasertücher, mit entsprechender Dichte und einer soliden Gewebestruktur.

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